Bei Klartext beachten Sie bitte die Packungsbeilage
.. und fragen Sie Ihren Therapeuten, was es über Sie aussagt, wenn Sie sich zurück ziehen.
Wer Klartext redet, der kennt das Risiko, dass er nicht gemocht oder ignoriert wird, Aufträge erst gar nicht erteilt werden, “Freunde” sich zurück ziehen.
Nebenwirkungen, die nicht immer Spaß machen. Zurück bleiben die Fragen:
Warum ist das so?
Müssen Klartexter/innen damit leben, dass sie diese Reaktionen bekommen?
Gehört es quasi dazu, wie das Salz in der Suppe?
Ist es vielleicht sogar der Maßstab dafür, dass der Klartext ausgesprochen gut war?
Bedeutet es die täglich wiederkehrende Gewissensfrage: “Klartext, ja oder nein?”
Wer Klartext hört oder liest, der weiß: Das ist nicht immer angenehm. Wahrheiten werden ausgesprochen, die viel zu lang, warum auch immer, unter den Teppich gekehrt wurden. Bequem, denn bis man über die Beule des Vorlegers stolpert, dauert es schließlich Jahre, wenn überhaupt.
Klartexter/innen sorgen für Aufräumarbeiten, sie gehen, ohne auf eigene Risiken zu achten, ins und an das “Eingemachte”.
Ein Glück für jeden, der diese Medizin erhält?!
Ja, denn wer die Packungsbeilage beachtet, wird dort lesen:
Klartext zu erhalten bedeutet, dass man sich hinsetzen und nachdenken kann. Und im aller-schlimmsten Fall werden einem die Augen und Ohren geöffnet. Das erzeugt manchmal Schwindelgefühle, Kopf- oder Magenschmerzen, letzendlich führt es jedoch zur Genesung.
Wer bei Klartext die Schotten zu macht oder sich zurück zieht, der setzt klare Signale:
Nein, das will ich nicht hören.
Nein, das ist mir nicht “nett” genug.
Nein, diesen Spiegel will ich nicht.
Wer die Risiken von Klartext nicht erträgt, der hat ihn nicht verdient.
Oder ist alles ganz anders?
Klartext ist notwendig – aber wie bei jeder Medizin entscheidet die Dosis über Segen oder Tod.
Was überhaupt ist denn Klartext? Die reine Information? Die ungeschminkte Wahrheit? Die ehrliche Meinung?
Bei meiner Arbeit wird stets Klartext bevorzugt, wenn es um die Vermittlung von Information geht. Aber ich beschreibe eben auch den Umgang mit Maschinen, nicht mit Menschen. Maschinen lieben Klartext: klare Anweisungen führen zu perfekten Ergebnissen. Streit gibt es nicht. Maschinen sind so liebenwerte Geschöpfe ;-)
Liebe Grüße
Klaus Handner_
Und à propos »Verordnung«:
http://www.klaretexte.de/images/klaretexte-rezept.jpg
_Ja, eben, Maschinen sind manchmal doch wirklich schlau!:-)
Ich denke Klartext kann auch eine reine Information sein und die ungeschminkte Wahrheit. Antworten Sie doch mal auf “Wie finden Sie meine neue Website” mit “nicht so schön, weil..”
Also auch ein Stück “ich rede dir nicht nach dem Mund”.. selbst wenn der Klartexter davon mehr hätte, zum Beispiel einen Auftrag o.ä..
Viele Grüße
Kirstin NickelsenEs geht bei Klartext doch nicht darum, bewusst zu verletzen.
Aber es geht darum nicht drumrum zu reden und nichts zu beschönigen.
Damit klar ist, was los ist.
Aber: das was los ist, wollen viele nicht wissen. Weil dann Handlung gefragt ist. Veränderung.
Die kann weh tun.
” Tja, da hör ich doch lieber nicht hin, dann passiert schon nix, wird eh nicht so arg sein”
ist das was sich, meiner Meinung nach, in den Köpfen abspielt.
Und der Überbringer der schlechten Nachricht wird mal eben schnell geköpft. Oder so.Klartext reden wir nur zu oft damit verwechselt die eigene Meinung und die eigenen Ansichten für wichtig und richtig zu halten.
Fakten müssen auf den Tisch, Meinungen unter den Teppich oder tiefer.
Zum Gruße
Joerg BaltschunMal eine weitere These:
Klartexter/innen gehen davon aus, dass unterschiedliche Meinungen nicht bedeutet, sich unsympathisch zu finden.Die meisten Menschen glauben jedoch, dass wenn man unterschiedlicher Meinungen ist, man nicht an einem Strang ziehen kann. Sie sehen nicht das Ziel (zum Beispiel, dass ein Projekt reibungslos laufen soll), sondern verharren auf der Beziehungsebene, nehmen Klartext persönlich, fühlen sich angegriffen.
Was also, sofern die These stimmt, müssten Klartexter/innen sagen, um zu verdeutlichen, dass es nicht um das persönliche Verletzen geht?
Kommt mir hier bitte jetzt keiner mit “Konjunktiven” o.ä. :-)
Hallo allen Klartexter/innen!
Klartext erleichtert vieles.
Klartext trennt die Spreu vom Weizen.Im Privaten, wie im Geschäftlichen.
Wer mit seinem Partner nicht Klartext sprechen oder Klartext empfangen kann, sollte nachdenklich werden.
Im Geschäftsleben ist Klartext für mich die Basis der Beziehung.
Will mein Gegenüber keinen Klartext z.B. bezüglich Konzept, Strategie oder Kalkulation hören, bringt die Zusammenarbeit nichts. Einbahnstraße.
Spricht der Geschäftspartner kein Klartext ist das Ergebnis nur noch purer Zufall.
Ungemach vorprogrammiert.
Völlig unnötig.Problem: Man merkt nicht sofort, wann Klartext gesprochen wird.
Tschüssing
Oliver Schuh | agd | die gebrauchsgrafikerP.S. Damit das mal klar ist…
@ Herr Schuh: Woran erkennen Sie Klartext, wieso nicht sofort?
Lieben Gruß
Kirstin NickelsenMoin, moin über den Strom!
Schwere Frage, Frau Nickelsen.
Grad neulich dachte ich, es wird von beiden “Seiten” Klartext gesprochen. Aber denkste.
Aus dem Nähkästchen:Zwei Unternehmensgründer suchen eine Agentur,
zwecks Corporate Design und allem drum und dran. Im Vorwege schreibt man sich schon, telefoniert, ich übersende, wie immer, die kleine Broschüre “Der Designauftrag”. Alles gut. Man möchte einen Gesprächstermin. Anwesend sind die beiden Geschäftsführer und zwei Gebrauchsgrafiker. Das Gespräch wird ausserordentlich offen geführt. Die Gründer fühlen sich bei uns, im Gegensatz zu anderen Agenturen, sehr gut aufgehoben und verstanden. Die Gründer wollen nicht am falschen Ende sparen, nennen ein Budget. Wir nennen schon Eckzahlen und beraten. Man ist sich schon fast einig. Nun die obligatorische Bitte um ein Angebot. Klar.Ende vom Lied: Der ganze Klartext war Makulatur. Obwohl wir mitten im Budget lagen, meinen die Gründer nur in gerademal einer Emailzeile, wir würden das Budget sprengen und ausserdem würde man generell keine Nutzungsvergütungen zahlen.
Anstatt wirklich Klartext zu sprechen, wurden also rund 8 Arbeitsstunden verbrannt.
Herzlichen Dank.Gottseidank kommt diese Szenerie seltenst vor. Um nicht zu sagen, in dieser Form das erste Mal in zwanzig Jahren.
Will sagen, woran man Klartext erkennt?
Ich weiß es nicht. Es ist wohl eher ein Erfahrungswert oder ein Baugefühl.In diesem Fall lag ich falsch. :-(
Tschüssing
Oliver Schuh“Wer die Risiken von Klartext nicht erträgt, der hat ihn nicht verdient.”
Wie wahr! Sagen Sie das aber mal einem salbadernden Autor, der von sich der Meinung ist, er würde ‘pontiert&knackig;’ schreiben.
Insofern sind Ihre Ausführungen leider nicht mehr als ‘geheime Gedanken’, die jegliche Diplomatie gegenüber einem Textverbrecher ausschließen. An sich nicht unnett, aber eben leider kontraproduktiv fürs Geschäft. Dummerweise.
Aber danke für’s “aus dem Herzen sprechen”.
@Herr Schuh: Ja, blöd. Gratuliere Ihnen übrigens zu 20 Jahren http://blog.diegebrauchsgrafiker.net/
@akaflo: Autoren sind wahrscheinlich das Volk für Samthandschuhe!:-)
Herzlichen Dank, Frau Nickelsen!
Dann schauen wir mal, was die nächsten 20 bringen. ;-)Klartext bringt natürlich herzlich wenig, wenn nicht zugehört wird. ;-)
Im Geschäftsleben heißt das: Nicht nur Klartext reden, sondern auch schreiben.An der Elbe ist’s schön sonnig.
Gruß von dort
Oliver Schuh | agd | die gebrauchsgrafikerVielen Dank an Herrn Matthes http://www.technikinworten.de , der mir eben diesen Link zum Thema Klartext schickte:
http://tinyurl.com/brvedcIch bin ein großer Verfechter vom Klartext. Incoming und Outgoing. Klartext ist ehrlich, offenes Visier statt Verlogenheit und Berechnung.
Manche kommen mit meinem Klartext nicht zurecht. Da halte ich es mit dem guten Herr Apholz: Differenziere Deine Kunden ... und die Kunden die ich habe, lieben meinen Klartext.
Klar, oder? :)
Der Job des (Unternehmens-)Beraters ist es, Klartext zu reden. Sich selbst in die eigene Tasche lügen, kann man gern und gut. Aber wenn man jemand teuer bezahlt, um Probleme zu lösen und den Weg nach vorn zu finden, sollte man auch die Wahrheit kaufen wollen. Und auch keine Zeit damit verschwenden, diese Wahrheit möglichst schonend und häppchenweise beigebracht zu bekommen, weil das Gegenüber seinen Auftrag nicht verlieren will.
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