Eine wahre Geschichte aus dem Twitter Alltag

Telefonanruf vom heutigen Tag:

Anrufer: “Guten Tag Frau Nickelsen, ich bin erst über Xing auf Sie aufmerksam geworden und dann habe ich mir einen Twitter Account zugelegt, um zu lesen, was Sie dort schreiben.”
Ich: “Das freut mich, unter welchem Account Namen twittern Sie denn?”
Anrufer: “Das verrate ich Ihnen nicht, er diente lediglich dazu, bei Ihnen mitzulesen.”
Ich: “Oh!”
Anrufer: “Sie twittern nie über Projekte oder Kunden.”
Ich: “Ja, das ist richtig.”
Anrufer: “Und genau das gefällt mir. Damit haben Sie in meinen Augen bewiesen, dass Sie zwar das Internet nutzen, aber wissen, welche Klauseln und Spielregeln es innerhalb Ihrer Projekte gibt. Ich habe folgendes Problem, bei dem ich Ihre Unterstützung möchte......”

Ich hatte heute die Diskussion bereits auf Twitter, ob man auf seinem Account unter seinem “richtigen” Namen twittern sollte, daher kann es vielleicht auch nicht oft genug geschrieben sein:
Nachdenken, was man schreibt. Schadet selten! :-)

Für mich gilt die Aussage des “Anrufers” nicht nur innerhalb meiner Projekte, sondern für alle Menschen, die auf Twitter “beruflich” unterwegs sind, ganz gleich, was das Ziel ist.
Wenn ich teilweise lese, was über Kunden geschrieben wird, kann ich nur hoffen, dass es nie ein Mensch liest, schon gar nicht der Kunde selbst.

Übrigens: Ich habe die Erlaubnis das Gespräch hier “grob über den Daumen” :-) aufzuschreiben.



  1. Toller Beitrag, der so auf jeden Fall richtig ist. Wer in den Sozialen Medien (nicht nur bei Twitter) all zu sehr aus dem Nähkästchen plaudert bekommt vielleicht schneller eine Retourkutsche, als ihm lieb ist. Jeden einzelnen Beitrag sollte man ganz bewusst und überlegt absenden.

  2. Roland Panter am 04.06.2009 um 05:10 PM

  3. Und auch hier bewahrheitet sich wieder die Regel, über nichts und niemanden irgend etwas zu schreiben, was man demjenigen nicht auch von Angesicht zu Angesicht sagen würde.

    Leider, leider werden die Social Media Dienste, egal ob Twitter, Xing, Facebook etc. immer wieder dazu genutzt, sich im Schatten der Anonymität verbal auszutoben. Aber es kommt, irgendwann, wie ein Bumerang wieder zurück ;-)

    Und andererseits - welch ein verborgenes Potenzial sich da entfaltet, zu wissen, das Hinz und Kunz und der künftige Kunde/Klient mitliest - warum nicht also seine besten Seiten preisgeben und so Reputation aufbauen :-)

    Schöne Grüße
    Ralf

  4. Ralf Hiltmann am 04.06.2009 um 05:27 PM

  5. Ja, sehr lesenswerter, prägnanter Artikel. “Wohl über den Beruf, aber nie über Kunden”, sehr richtig. (Wo ich mich allerdings gelegentlich wirklich zurückhalten und zusammenreißen muß: Lästereien über die Konkurrenz der Kunden.)

  6. Harki am 04.06.2009 um 05:30 PM

  7. Diese Art von Verschwiegenheit bzgl. Kunden-/Kollegen-/Mitarbeiter-/etc.-infos empfiehlt sich grundsätzlich - ob unter “richtigem” Namen oder Pseudonym. Es gibt kaum einen Social-Media-Account unter Pseudonym, dem nicht nach längerer Dauer zumindest von cleveren Personen, die mit dem Schreiber bekannt sind, der Real-Life-Name zugeordnet werden kann.

    Wer unbedacht Negatives publiziert, schadet damit dem Betroffenen UND sich selbst.

  8. Oli am 04.06.2009 um 06:04 PM

  9. Wie für den geschriebenen Text, so ist die beschriebene Verschwiegenheit auch beim mobilen Telefonieren im Zug, im Bahnhof, am Flughafen und wo sonst jemand ganz öffentlich mithört/mithören kann angezeigt. Was ich da bisher so alles mithören “musste"…

  10. Jutta am 04.06.2009 um 06:47 PM

  11. Oh ja, das ist richtig und wichtig! Eigentlich ist es ja ganz selbstverständlich, nicht über Kundenbeziehungen oder Projekte öffentlich zu schreiben.

    Mittlerweile ist ob der gewachsenen Followerfülle auch intuitiv deutlicher, dass man sich da im öffentlichen Raum bewegt. Wenn man Twitter allerdings eher als Multi-User-Chat nutzt und sich da zu sehr “unter sich” fühlt, muss man aufpassen ... ;-)

    Unter meinen Followern ist auch eine Kundin. Und ich freue mich, dass es bei meinen aktuellen Kunden auch gar nix zu lästern gibt. :-)

  12. textdeluxe am 21.06.2009 um 03:46 PM
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