Gründungskultur in Deutschland
Die High-Tech-Initiative der Bundesregierung erhebt die Förderung eines Gründungsklimas im Wissenschaftssystem gar zu einem strategischen Ziel der bundesrepublikanischen Forschungspolitik. Die Förderlandschaft sieht entsprechend bunt und vielfältig aus: “Pakt für Forschung”, “High-Tech Gründerfond”, “Initiative Partner für Innovation” oder Förderprogramme wie “Go-Bio”. Selbst aus der Exzellenzinitiative erhofft man sich Impulse für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Alle diese Maßnahmen stellen Versuche des Bundes und der Länder dar, im deutschen Forschungsalltag mehr “unternehmerisches Denken” zu etablieren. Das Gründungsgeschehen soll in und um die Hochschulen angeregt werden. Nicht wenige der Technischen Hochschulen ziehen mit und haben sich das Attribut “unternehmerische” Universität zugelegt um anzudeuten, hier wird “entrepreneurial science” betrieben.
Doch es tut sich wenig: Das zählbare Ergebnis dieser “entrepreneurial science” fällt enttäuschend aus. Seit das Hochschullehrerprivileg 2002 gefallen ist und die Hochschulen Patente selbst anmelden und verwerten können, ist deren Zahl zwar gestiegen, sie bleibt aber verschwindend gering. Alle Hochschulen in Deutschland meldeten 2006 zusammen 645 Patente an, alleine die Siemens AG schaffte knapp 1500 im selben Zeitraum. Die außeruniversitäre Forschungslandschaft ist hier viel weiter. Die Max-Planck-Gesellschaft verfügt schon seit Jahren über eine professionell arbeitende Patentverwertungsgesellschaft.
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