Immer diese Befindlichkeiten!

Schlechte Stimmung im Team, es wird mal wieder ein Meeting einberufen. Allein das Wort reicht aus, um die Laune weitere Zentimeter in den Abgrund sinken zu lassen, denn meistens laufen diese Gruppenversammlung frei nach Valentins Motto: “Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.”

Und obwohl man weiß, wie es laufen wird, macht man es immer wieder so. Keine Veränderung, keiner nimmt das Ruder in die Hand, keiner lenkt das Schiff. (Keiner ist übrigens in Büros eine viel beschäftigte Person.)

Manchmal wird ein Versuch gestartet, der sich dann so anhört: “Nachdem nun alle ihre Befindlichkeiten geäußert haben, kommen wir zu Sache.”

Fakt ist:
Bei mehreren Personen kann es dazu führen, dass sich Beschreibungen und Erklärungen wiederholen. Ja, das kann nervig und mühsam sein. Nein, das will man sich nicht zum x.ten Male anhören. Eigentlich.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Alle halten den Mund. Eindrücke und Beobachtungen dürfen von den Anwesenden nicht geäußert werden.
Bedenken Sie bitte: Hohe Fluktuation im Team beweist, dass nicht jede Art von Bewegung gut ist.

2. Alle dürfen reden: Nacheinander und innerhalb einer vorgegebenen Zeit, keiner wird unterbrochen, alle hören zu. Oder versuchen es. ;)
Nehmen Sie eine Uhr, damit Sie die Zeit stoppen können, nennen Sie vorab den Zeitrahmen pro Person, z.B. zwei Minuten und bestimmen eine Person, die die Zeit stoppt. Das sollte nicht (!) die Führungskraft sein, dann legen Sie los.

Angenommen das Team besteht aus 8 Mitgliedern, kostet Sie diese Phase 16 Minuten. Klingt viel, wenn Sie aber überlegen, wie lange Sie bei den meisten Meetings benötigen, um “zur Sache” zu kommen, ist es sehr wenig.

Tipp: Je kleiner die Gruppe und je größer der Konflikt, desto mehr Zeit sollten Sie pro Person geben. Aus Erfahrung weiß ich, dass mehr als 5 Minuten für die “kompliziertesten” Fälle und die erste Phase sehr wohl ausreichen.

Wenn Sie Weg 2 kontinuierlich in allen Meetings praktizieren, werden Sie merken, dass die Teammitglieder mit der Zeit immer besser und sehr viel klarer in der Kommunikation werden, weil bereits bekannt wurde, dass nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht.



  1. Weil ich gefragt wurde, warum nicht die Führungskraft die Zeit stoppen soll:

    Ganz allgemein und in Schubladen geschrieben:

    1. Sie redet meistens mehr, als das Team vertragen kann und nimmt sich Zeiten, die sie keinem Team-Mitglied geben würde.

    2. Es geht nicht ausschließlich um sie, sondern um alle Beteiligten.

    3. Eine Führungskraft sollte das Wort “delegieren” nachschlagen und umsetzen. Mit allen Konsequenzen.

    Viel Erfolg!;)

  2. Kirstin Nickelsen am 09.06.2011 um 10:24 AM
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