Kaum Schutz vor interner Spionage
„Der Blick war zu lange ausschließlich auf die möglichen Bedrohungen durch die Außenwelt beschränkt“, sieht Udo Kalinna, Vorstandsvorsitzender der COMCO AG, den Grund für die weit verbreiteten Defizite beim Schutz gegen so genannte Innentäter. Dabei sei das Thema Wirtschaftskriminalität keineswegs neu, sondern lediglich vernachlässigt worden. „Der Umfang mit den Gefahren und die Konsequenzen von Datenmissbrauch haben sich parallel zur Digitalisierung der Unternehmensprozesse entwickelt“, urteilt Kalinna. „Die Notwendigkeiten sind zwar erkannt worden, aber diese Einsicht bleibt häufig unverbindlich und mündet noch zu selten in ein konsequentes Handeln“, kritisiert er.
Dies gestehen die meisten Unternehmen auch tatsächlich ein, wenn 57 Prozent selbstkritisch von einem zu lässigen Umgang mit den Fragen der internen Sicherheitsverhältnisse sprechen und darin eine der Ursachen für den gegenwärtig unbefriedigenden Status sehen. Noch mehr schreiben jedoch den fehlenden Ressourcen (59 Prozent) und einer unzureichenden Kenntnis angemessener Lösungen (62 Prozent) die Schuld zu. Auch mit fehlenden Investitionsmitteln wird von fast jedem Zweiten begründet, dass noch kein ausreichender Schutz vor internem Datenmissbrauch durch Mitarbeiter besteht. Allerdings sind offenbar auch noch grundsätzliche Bewusstseinshürden zu überwinden.
Befragungsergebnisse
Erachten Sie es als schwierig, Sicherheitsbedrohungen durch Mitarbeiter wirksam zu unterbinden?
- sehr schwierig 58%
- schwierig 23%
- mittlere Schwierigkeit 15%
- geringe Schwierigkeit 4%
(n = 324 Unternehmen über 50 Mio. € Umsatz; Quelle: Comco AG)
Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen Status bei den internen Security-Verhältnissen bezeichnen?
- bestmöglich 7%
- zufriedenstellend 16%
- teilweise sehr unzureichend 49%
- überwiegend sehr unzureichend 28%
Sofern ein unbefriedigender Status herrscht: Was sind die hauptsächlichen Ursachen?
- zu lässiger Umgang mit diesem Problem 57%
- zu viel Kontrolle widerspricht der Unternehmenskultur 40%
- fehlende Ressourcen durch andere Projektprioritäten 59%
- unzureichende Investitionsmittel 46%
- unzureichende Kenntnis entsprechender Lösungen 62%
- andere Gründe 33%
(Mehrfachnennungen möglich)
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