Mobbing in den Hamburger Kammerspielen

Annette Pehnts Roman “Mobbing” schildert mit der Intensität des Kammerspiels einen Fall, wie er sich im deutschen Büroalltag unzählige Male ereignet: Ein Angestellter kommt nicht mehr klar, nicht mit seiner Vorgesetzten, nicht mit seinen Kollegen. Er fühlt sich ausgebremst, geschnitten, erniedrigt, gedemütigt. Er wird krank.

Erzählt wird die Entwürdigungsgeschichte Joachim Rühlers vollständig durch die Augen seiner Frau. In ihrer Wahrnehmung und Einschätzung über den „Krieg“ im Büro ist sie gänzlich auf die Schilderungen ihres Mannes angewiesen. Und sie kann nichts relativieren oder in Frage stellen, ohne sich dem Verdacht auszusetzen, sie würde dem Ehemann das verweigern, was er gerade jetzt am nötigsten braucht: die unbedingte Loyalität seiner Frau.

Vorstellungen noch bis zum 21. Oktober 2008 in den Hamburger Kammerspielen.
Sehr empfehlenswert!

Kirstin Nickelsen am 30.09.2008 in
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