Reden wir über Erfolge!

Auszüge der Rede von Klaus Wowereit am 1.11.2007 auf dem Industrieforum am 1. November 2007

Es ist an der Zeit, dass wir über Erfolge reden.
Was sind das für Unternehmen, die erfolgreich auf den Märkten der Welt unterwegs sind, teilweise sogar als Weltmarktführer?

Denken Sie an das BMW-Motorradwerk in Spandau, an die Motorenproduktion von Daimler in Marienfelde, an den Rasierklingen-Hersteller Gillette und an den mit 14.000 Beschäftigten immer noch größten Berliner Arbeitgeber im Bereich der Industrie, die Firma Siemens mit ihren weltweit gefragten Gasturbinen und vielen anderen erfolgreichen Produkten. Oder: Denken Sie an Pharma- und Chemieunternehmen wie Bayer-Schering und Berlin-Chemie (und demnächst auch Pfizer). Das waren die großen, die bekannten Namen.

Aber es gibt auch eine Menge “hidden champions” in Berlin, kleine Unternehmen, die in ihrem Segment Marktführer, oft auch Weltmarktführer sind: Firmen wie Burmester mit ihren unschlagbaren High End Anlagen, wie Gerb Schwingungsisolierungen, die weltweit Bauwerken die notwendige Stabilität gibt, wie FMB Feinwerk- und Messtechnik, die Berliner Seilfabrik, Berlin Heart, Biotronik Herzschrittmacher und die Pharma-Firmen Jerini und Dr. Mann Pharma.
Diese Firmen sind zwar nicht in aller Munde, aber auf allen Märkten der Welt. Darauf kommt es an.

Eine beeindruckende Entwicklung im Mittelstand hat der Schienenfahrzeug-Produzent Stadler aus Pankow genommen, der gerade erst einen Großauftrag über 45 Straßenbahnen für Graz erhalten hat. Jeder hier im Raum könnte diese Liste mit Berliner Erfolgsgeschichten noch weiter fortsetzen.

Die deutsche Hauptstadt ist ein wettbewerbsfähiger und dynamischer Produktionsstandort mit hohen Qualitäten.
Es war richtig, in den 90er Jahren um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Genauso wichtig war es aber auch, einen Humus für Neues auszubreiten.

Ein Beispiel sind die Gründerzentren. Gerade vor wenigen Tagen konnte ich beim zehnjährigen Bestehen des Ost-West-Gründerzentrums (OWZ) in Adlershof dabei sein, einem von 25 Technologie- und Gründerzentren und Innovationsparks, die in den 90er Jahren in Berlin entstanden sind. Über 100 technologieorientierte Unternehmen haben das OWZ bereits als Sprungbrett in eine erfolgreiche Zukunft genutzt. Darunter sind viele kleine, aber es sind auch große, global agierende Unternehmen dabei, denen das OWZ dazu verhilft, in Berlin Fuß zu fassen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Zum lebenswichtigen Humus für innovative Unternehmen gehört die systematische Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof mit seinen chinesisch anmutenden Wachstumszahlen ist für viele sicherlich das Paradebeispiel. Der innovative Funke springt schon seit Jahren von der Forschung auf die Produktion über. Und langfristige Entscheidungen zahlen sich aus, wie die Ansiedlung der Naturwissenschaften der Humboldt-Universität, das Werben um die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungsinstitute und von Unternehmen sowie der Ausbau als Medienstandort.

Aber, so sehr wir alle vom Modell Adlershof überzeugt sind, es gibt in der Stadt noch viele andere gute Beispiele für ein enges Miteinander von Wirtschaft und Wissenschaft, z.B. den biomedizinischen Campus Buch, die enge Kooperation von Forschung und technologieorientierten Unternehmen auf dem Campus der FU und in ihrer Nähe, die auf Technologietransfer ausgerichteten Aktivitäten der TU Berlin, der Innovationspark Wuhlheide, oder auch neue Initiativen wie das Projekt “Innovation Habitat” an der Universität der Künste. WISTA leistet dabei aktive “Geburtshilfe” und trägt dazu bei, die Idee des Technologieparks von der Peripherie ins Zentrum der Stadt zu transportieren.

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