Streiten
Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören.
(Gerhard Bronner)
Hm. Man könnte vielleicht sagen, daß allgemein akzeptierte Fairness-Regeln und Streit-Comments - Übereinküfte also darüben, was erlaubt ist und was nicht - vor allem in ausgesprochenen “Streitkulturen” entstehen. In der von Fehden geprägten Welt des spätmittelalterlichen und fürhneuzeitlichen Adels war eben jederzeit klar, daß man sich demnächst vielleicht mit seinen heutigen Feinden gegen seine heutigen Freude würde verbünden müssen. Es liegt also im höchsteigenen Interesse, seine Feinde nicht unnötig so zu demütigen, daß jedes zukünftige Bündnis unmöglich wird.
Na, vielleicht eine etwas hochtrabende Überlegung, um Pardon, viel mir halt gerade so ein.
Ernst machen mit Streitkultur, damit wir morgen noch Spaß haben!
Wir lernen in Seminaren und aus Büchern, höflich und nett zu Mitarbeitern, Kollegen und Chefs bleiben zu sollen. „Lassen wir die Emotionen aus dem Spiel!“! Geht das überhaupt? Die Emotionen sind sowieso im Spiel - meistens allerdings hinter einer kontrollierten Fassade verborgen. Wir machen auf „Friede- Freude-Eierkuchen“ und wissen doch, dass es falsch ist. Gerade unterdrückten Emotionen sind besonders wirksam, nämlich gegen einen selbst. Wir sammeln Rabattmarken. Es brodelt unter dem Tisch oder gar unter dem Teppich weiter.
Unausgetragene Konflikte fallen auf die Betroffenen zurück. Dabei sind es gerade schwelende Konflikte, die Zusammenarbeit erschweren.Daher mehr Mut zu Konflikten - und dazu, nach dem reinigenden Gewitter wieder eine neue Basis zum Wieder-Miteinander zu finden.
Ist mir grad auch so eingefallen.
Herzliche Grüße
Nächster Eintrag: Wirtschaftsmediation: Krisen sind (keine) Chancen
Vorheriger Eintrag: Wünsche oder Erwartungen?