Welcher Gott hat uns dazu verdammt, Konflikte zu lösen?
Eine alte Ausgabe der Brand Eins (kennen Sie noch nicht? Unbedingt lesen, finde ich!) beschäftigte sich mit dem Thema Konflikte.
Einen interessanten “Brief” dazu schreibt C. P. Seibt seiner imaginären Tochter:
Es zeigt nämlich, warum die klugen Differenzierungen und Strategien zur Konflikt-Lösung am Konferenztisch so seltsam wirkungslos sind: Oben blitzen die Argumente, unten rumort es im Schlamm. Bewegte sich das Urding auch nur ein ganz klein wenig, dann entdeckte es, dass da gar keine Grenze zum nächsten Schlammloch ist und das andere Ding darin ein Zwilling. Erschreckend.
Die Energie des Konfliktes ist Angst. Getarnt ist sie als die Angst vor dem Anderen, Fremden. Tatsächlich ist es die Angst vor sich selbst, vor dem, wie das Urding wirklich ist, als was es sich entpuppen könnte. Vielleicht ist es ganz anders als bisher bekannt und erträglich. Erschreckend. Dagegen schützt Beharren auf dem, was ist. Das, was ist und immer sein soll, ist das Bekannte, also die Vergangenheit. Zwei können durchaus unterschiedliche Interessen, Standpunkte, Ziele, Ideen haben. Das ist nicht der Konflikt. Der Konflikt sind die zwei Vergangenheiten, die Zukunft machen sollen, den Konflikt lösen. Aus unterschiedlichen Ideen, Haltungen, Werten, Visionen, Zielen, sogar Urteilen und Vorurteilen lässt sich Zukunft formen, aber nicht aus Vergangenheiten.
Lesen Sie hier den gesamten Artikel- noch besser:
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