Wirtschaftsmediation: Wenn zwei sich streiten

...arbeitet der Dritte- so der Titel eines Berichts am vergangenen Sonntag in der Welt

[...] Die Hauptaufgabe des Mediators besteht nicht darin, eine Lösung vorzugeben, sondern den Konfliktparteien dabei zu helfen, gemeinsam eine eigene Lösung zu entwickeln..[...]

Leicht geschrieben, was sich die meisten Menschen so gar nicht vorstellen können.
“Wie sollen wir das denn schaffen?” oder “Da träume ich aber von, dass meine Mitarbeiter dazu in der Lage sind!” sind Sätze, die zumindest mir nicht fremd sind.

[...] Aber auch im Arbeits- und Familienrecht wächst ein Bedarf nach schnellen und einvernehmlichen Konfliktlösungen - und damit auch nach Mediatoren.
Ein neues Berufsbild entsteht. In den USA dagegen sind Mediatoren schon seit Jahrzehnten etabliert. Der Grund dafür liegt im amerikanischen Rechtssystem. “Die Gerichtsverfahren dort sind für die Beteiligten oft mit deutlich höheren finanziellen Risiken behaftet. Eine Kostenübernahme durch die öffentliche Hand gibt es ebenfalls nicht”, sagt die Nürnberger Rechtsanwältin Friederike Woertge, die auch Vorstandsmitglied der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) ist. Doch auch in Deutschland suchen immer mehr Menschen im Streitfall einen Mediator auf. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Gerichtsverfahren wird vermieden. Der Streit wird relativ schnell beendet. Die Parteien behalten die Konfliktlösung in der eigenen Hand, müssen nicht mit einem Ergebnis leben, das ihnen aufgegeben wurde.
Sind die Parteien, egal ob bei einer Ehekrise, einem Nachbarschafts- oder Arbeitsrechtsstreit, erst einmal zu einer Mediation bereit, verläuft diese immer in fünf Phasen. In der ersten versucht der Mediator den Konflikt einzugrenzen. Er muss sich sicher sein, dass eine Mediation überhaupt ein probates Mittel sein kann.
In der zweiten Phase folgt eine weitergehende Analyse des Konflikts: Über welche Themen muss verhandelt werden? In der dritten Phase schließlich versucht der Mediator gemeinsam mit den Beteiligten herauszufinden, ob und wenn ja welche tiefer gehenden Interessen und Bedürfnisse in dem Konflikt ein Rolle spielen, obwohl sie vordergründig kein Thema der Auseinandersetzung sind. “Diese Phase ist vielleicht die wichtigste während der Mediation”, sagt Woertge. Der Mediator müsse hier besonders tief gehen, sonst bestehe die Gefahr, dass von den Parteien nur ständig Sachen wiedergekäut werden, die mit den eigentlichen Ursachen des Konflikts nichts zu tun haben.
In der vierten Phase beginnt die gemeinsame Lösungssuche. Zum Beispiel mit einem Brainstorming, bei dem die Streitenden aus ihrer Sicht denkbare Lösungen verdeckt auf Zettel schreiben, die danach gesammelt werden. Woertge: “Im Idealfall hat man 20 Ideen an der Tafel stehen.” Die fünfte und letzte Phase der Mediation endet schließlich mit einem gemeinsamen Vertragsentwurf, den beide Seiten anschließend von ihren Vertrauten, zum Beispiel dem eigenen Anwalt, überprüfen lassen.
Obwohl das Mediationsverfahren anspruchsvoll ist, ist die Berufsbezeichnung Mediator noch nicht geschützt. Noch besteht eine Grauzone, auch wenn Verbände wie die BAFM oder der Bundesverband Mediation eigene Standards formulieren. So verlangt die BAFM von ihren Mitgliedern neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium eine zusätzliche Mediatorenausbildung an einer vom Verband anerkannten Institution.
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Welt

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