Wohin mit all den Jammerlappen?

Der Chef, das Wetter, die Kinder oder der Stau: Der waschechte Jammerlappen findet stündlich Gründe, um seiner Plauderei neuen Zündstoff zu geben. Doch was steckt wirklich dahinter? Und: Was tun, um diesem Alltagsgefährten Einhalt zu gebieten?

Jammern erzeugt ein Gruppengefühl.

Kaum kommt man im kalten Februar ins Büro, seufzt mit roter Nase ein “Ach, ist das kalt heute”, schon stimmen alle Anwesenden mit ein. Oder an der Bushaltestelle ein “Kommt der Bus schon wieder zu spät?” - andere Fahrgäste werden in diesen Gesang einstimmen. Prima, so haben wir den kleinsten Nenner der Gemeinsamkeiten gefunden, wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft der Jammerlappen. Hurra!

Jammern heißt im Klartext ...?

“Es ist so schwierig, neue Kunden zu finden!”, “Mein Mann kümmert sich nie um die Kinder!” oder “Nie hast du Zeit für mich!”. Die Jammertirade nimmt kein Ende, was aber heißt das im Klartext?

“Kannst du mir einen Tipp geben?” oder “Ich möchte, dass du dienstags die Kinder in die Schule bringst!” oder “Nehmen wir uns einen Abend pro Woche für uns Zeit?”
Egal wie, es ist wesentlich sinnvoller und zielführender, eine klare Sprache zu nutzen und Klartext zu reden, das kann auch ein geborener Jammerlappen lernen!

stopdenjammerlappenUnd wie stoppt man den Jammerlappen?

Psychologen raten zu folgenden Tipps:

1. Blasen Sie in dasselbe Horn: Überspitzen Sie die angesprochene Situation und wählen Sie einen auffallend sarkastischen Ton. Einen echten Jammerlappen schlägt das in die Flucht.

2. Halten Sie sich die Ohren zu und sagen Sie: “Stopp!”
Ein eindeutiges Signal, das nicht missverstanden werden kann.

3. Hören Sie dem Jammerlappen aufmerksam zu und hinterfragen seine Jammerei. Es kostet Kraft und Nerven, aber im besten Fall findet der Lappen mit Ihrer Führung seinen Weg aus dem Jammertal.

4. Versuchen Sie es mit Ironie. Hier einige Vorschläge, anzuwenden nur auf eigene Gefahr:
“Ach, es ist so kalt draußen!”
“Ja, furchtbar, dass es im Winter auch noch schneit.”

“Nie kümmert sich mein Mann um den Haushalt.”
“Ja, stell dir vor, er würde arbeiten und sich die Beine ausreißen, damit seine Familie ein Dach über dem Kopf hat.”

“Wir fahren in den Skiurlaub, mir graust es schon vor der langen Autofahrt.”
“Ja, es ist schrecklich, dass du dir diese Auszeit in dem tollen Hotel leisten kannst, ganz abartig.”

Übrigens:
Jammern über Jammerlappen raubt Ihnen wertvolle Energie. Versuchen Sie, diese Energiefresser aus Ihrem Leben zu verbannen. Schon gar nicht sollten Sie sich so über diese Wesen aufregen, dass Sie einen Blogartikel zu diesem Thema verfassen, es würde sehr sicher nichts bringen.

Weitere Artikel zum Thema “Konflikte lösen”:
Leitplanken in schwierigen Gesprächen
Konfliktvermeidung verhindert die Klärung!
Sind Konflikte wirklich normal?
Lösungen zur Konfliktbewältigung

 



  1. Eines hat Dein Blogbeitrag jedenfalls schon gebracht - ich habe an diesem herrlichen Samstagmorgen direkt mal geschmunzelt :-)

  2. Yahia am 04.02.2012 um 08:12 AM

  3. Wir leben in einer Welt der Gleichschritt-denker, Träger von Darmsteigeisen und sonstigen Zäpfchen. Und es ist mir so scheißegal was die so von sich geben. Das Jammern wurde den Menschen anerzogen. Am besten man übertreibt beim Jammerer.
    Gestern habe ich von den lottozahlen getäumt und stell Dir vor, ich hätte sechs richtige gehabt. Bin froh daß ich nicht gespielt habe, denn sonst hätte ich alle meine Freunde verloren, die es sich doch nicht leisten können, mein Haus in Malibu zu besichtigen.

  4. Arne Fellner (Hammermann) am 04.02.2012 um 08:16 PM

  5. Ob im Berufsalltag oder im Privatleben - Kommunikation durch Ironie ist oft ein probates Mittel gegen “Jammerlappen” und vor allem auch Kritiker. Nur so wird den Personen die Albernheit ihrer Aussagen bewusst. Es funktioniert tatsächlich. Danke für diesen unterhaltsamen Blog-Beitrag!

  6. Marcel Kaiser am 20.03.2012 um 11:06 AM
    Seite 1 von 1 Seiten
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Nächster Eintrag: 7 Regeln für die große Krise

Vorheriger Eintrag: Konflikte lösen- das Buch