Kategorie: Interviews
Montag, 06. April 2009
Selbstbewusst in Konfliktsituationen- Interview mit Bettina Stackelberg
Bettina Stackelberg ist die “Frau fürs Selbstbewusstsein”, Trainerin und Coach seit 1991 für die Themen Selbstbewusstsein, Kommunikation, Service Themen und work-life balance.
Ebenso ist sie die Autorin des Buches “Selbstbewusstsein. Das Trainingsbuch” und dieses Buch gab mir Anlass zu unserem Interview.
K.N.: Frau Stackelberg, was genau ist Selbstbewusstsein eigentlich?
B.S.: Wenn wir sagen „Der ist aber selbstbewusst!“, schwingt oft so etwas Unerreichbares, Erhabenes mit – so nach dem Motto „Der Beste, Erfolgreichste, die Schönste“ etc. Ich seh das ein wenig anders: Als sprachverliebte Germanistin mag ich das Wort in der eigentlichen Bedeutung: Sich seiner selbst bewusst sein. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich selbstbewusst bin, dann kenn ich mich mit mir aus – ich kenne meine Stärken, hab Frieden geschlossen mit meinen Schwächen und find mich einfach gut, ganz selbstverständlich – ich ruhe in mir. Mein Selbstbewusstsein zieht dann ganz natürlich auch Erfolg und Leichtigkeit an.
K.N.: Selbstbewusst in einer Konfliktsituation handeln, wie kann man das lernen?
B.S.: Im Satz „Selbstbewusst in einer Konfliktsituation handeln“ steckt das schöne Wort „handeln“ – ich kann also etwas tun, selbstbewusst meinen Teil zur Lösung beitragen, anstatt mich ausgeliefert zu fühlen. Ich habe immer die Wahl, etwas zu tun oder es zu lassen – immer! Es ist selbstbewusst, sich und die Situation erstmal überhaupt aushalten zu können. Steh dazu, dass du dich gerade in einer Konfliktsituation befindest! Weiche nicht aus, rede nicht schön, schau nicht weg. Selbstbewusst zu handeln bedeutet dann für mich erstmal: Verstehen, dass ich ein Teil der Konfliktsituation bin – abschätzen, was ich tun kann und festlegen, welches Ziel ich verfolge. Möchte ich einfach nur gut dastehen? Nein, mit einem gesunden Selbstbewusstsein hab ich das nicht nötig – mir ist wirklich an einer echten Lösung des Konfliktes gelegen und ich kenne meinen Anteil am Konflikt. Und ich überschätze mich nicht: Ich weiss, wann ich nicht mehr weiterkomme – wann ich Hilfe von außen brauche.
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