Kategorie: Mediator/in in Hamburg
Montag, 13. August 2007
Richter als Mediatoren
Bleibt es bei der Ablehnung, muss das nicht unbedingt in einen zähen Gerichtsprozess münden. Da die oft ein bis zwei Jahre dauern – in Berlin waren es 2006 im Durchschnitt 23,7 Monate – setzt sich zunehmend ein anderes Verfahren durch: die Mediation. „Derzeit bilden wir dafür wieder Richter aus“, sagt Joachim Buchheister, Sprecher des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg. Seine Kollegen am Gericht beschäftigen sich dabei mehr mit Psychologie als mit Recht: „Es geht in solchen Kursen vor allem um Methoden der Konfliktlösung und Gesprächsführung.“
Gütliche Einigung. Bei der Mediation haben die Richter keine Entscheidungsgewalt. Sie versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln. Stolze 75 Prozent der Verfahren enden nach Auskunft des Oberverwaltungsgerichts mit einer Einigung. Auch Anwältin Angela Rapp hält viel von Gerichtsmediation. Diese setze sich immer mehr durch, sei oft erfolgreich – und schnell. Der Mediator vereinbart einen Gesprächstermin mit den Parteien und eventuell deren Anwälten. Da er die Akten vorher nicht rechtlich bewerten muss, sondern vor allem auf eine für beide Seiten akzeptable Lösung hinarbeiten soll, geht das meist zügig. Die Gespräche dauern selten mehr als zwei Stunden.
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